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Häufige Fragen (FAQ) und Informationen

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Sie haben eine Vorladung als Beschuldigter erhalten. Wie verhalten Sie sich richtig?

Die Vorladung zeigt, dass gegen Sie ein Ermittlungsverfahren geführt wird. Die Polizei oder die Staatsanwaltschaft will Sie deswegen zu einem bestimmten Vorwurf einer Straftat vernehmen. Sie haben als Beschuldiger das Recht zu schweigen und müssen nicht zur Sache aussagen.

Es ist ratsam sofort nach Erhalt der Vorladung Kontakt zu einem Fachanwalt für Strafrecht aufzunehmen. Dies gilt auch dann, wenn Sie sich für unschuldig halten.

Ihr Rechtsbeistand wird der Polizei oder Staatsanwaltschaft mitteilen, dass Sie zum Termin der Vernehmung nicht erscheinen werden und Einsicht in die Ermittlungsakten beantragen. Erst nach erfolgter Akteneinsicht kann eingeschätzt werden, ob eine Äußerung als Beschuldigter vor den Ermittlungsbehörden sinnvoll ist.

Auf einen Nenner gebracht, gibt es eigentlich nur zwei ganz einfache Sofortmaßnahmen, die grundsätzlich in jedem Fall richtig sind:

1. Schweigen Sie gegenüber der Polizei und der Staatsanwaltschaft!

2. Telefonieren Sie mit einem im Strafrecht spezialisierten Rechtsanwalt.

Bei Fragen zum Thema Vorladung können Sie jederzeit mit uns Kontakt aufnehmen.


Beginn des Ermittlungsverfahrens

Die Staatsanwaltschaft leitet ein Ermittlungsverfahren ein, wenn sie Kenntnis von Tatsachen erhält, die den Verdacht begründen, dass eine Straftat begangen wurde. Diese Kenntnis kann sie aufgrund einer Strafanzeige erhalten, die bei der Staatsanwaltschaft oder Polizei erstattet werden kann. Die Staatsanwaltschaft und die Polizeibehörden können aber auch „von Amts wegen" tätig werden und ein Ermittlungsverfahren einleiten, nämlich dann, wenn sie durch eigene Wahrnehmung Kenntnis von einer Straftat erhalten.

Die Ermittlungshandlungen werden in der Regel von Polizeibeamten ausgeführt. Diese führen im Auftrag der Staatsanwaltschaft z.B. die Vernehmungen durch, sichern am Tatort die Spuren und nehmen weitere Beweiserhebungen durch.


Wichtig: Als Beschuldigter sind Sie nicht verpflichtet vor der Polizei zur Vernehmung zu erscheinen!


Abschluss des Ermittlungsverfahrens

Sind alle erforderlichen Beweise erhoben worden und hat der Beschuldigte Gelegenheit erhalten, sich zu der Beschuldigung zu äußern, entscheidet der Staatsanwalt, in welcher Weise das Ermittlungsverfahren abgeschlossen werden soll. Insbesondere kann der Staatsanwalt die öffentliche Klage erheben, das Verfahren nach dem Opportunitätsprinzip einstellen oder das Verfahren mangels hinreichenden Tatverdachts einstellen.

Wie verhält man sich richtig, wenn man in ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren hineingezogen wird? Bitte, berücksichtigen Sie zu Ihrem eigenen Schutz die nachfolgenden Grundregeln:

  • Unbedingt vom Schweigerecht Gebrauch machen!
  • Keine Aussage und auch keine "harmlosen" Gespräche mit Polizisten!
  • Durch Aussagen, die Sie ohne vorherige Rechtsberatung leisten, können Sie Ihre Verteidigung ganz erheblich erschweren oder sogar unmöglich machen.
  • Jede aktive Mitwirkung an der Aufklärung des Sachverhalts strikt verweigern; z. B. keine Schriftprobe und keine Mitwirkung an einem Stimmenvergleich leisten.
  • Niemals ohne Anwalt zu einer Vernehmung oder erkennungsdienstlichen Behandlung gehen.

Im Falle der Festnahme:

  • Sofort Anruf beim Anwalt. Hierbei muss die Polizei helfen; erforderlichenfalls muss Ihnen die Telefonnummer des anwaltlichen Notdienstes genannt werden.
  • Keinesfalls eine Aussage ohne vorherige Besprechung mit dem Anwalt leisten. 
  • Immer daran denken, dass jedes Telefonat abgehört werden kann und dass Ihre Räumlichkeiten und die Räumlichkeiten von Personen, die mit Ihnen in Verbindung stehen, durchsucht werden können.

Bei Fragen zum Thema Ermittlungsverfahren können Sie jederzeit mit uns Kontakt aufnehmen.

Sofern Ihre Räumlichkeiten durchsucht werden, sollten Sie die folgenden Grundregeln einhalten: 

  • Beruhigen und keine verbalen oder tätlichen Angriffe auf die Durchsuchungsbeamten verüben.
  • Befragen der Beamten, ob ein richterlicher Durchsuchungsbefehl vorliegt oder ob eine Durchsuchung wegen Gefahr in Verzug erfolgt.
  • Das Datum des Erlasses des Durchsuchungsbefehls erfragen. Dieser darf nicht älter als maximal sechs Monate sein. Bei Überschreitung der Sechs-Monats-Frist gegenüber dem Leiter der Durchsuchung die sofortige Einstellung der Durchsuchung verlangen.
  • Keinerlei Angaben gegenüber den Durchsuchungsbeamten leisten.
  • Hinzuziehung von Durchsuchungszeugen verlangen.
  • Keine Gegenstände freiwillig herausgeben. Im Durchsuchungsprotokoll aufnehmen lassen, dass man (sofern erfolgt) der Sicherstellung der Gegenstände widerspricht.
  • Sämtliche sichergestellten bzw. beschlagnahmten Gegenstände so detailliert wie möglich im Protokoll aufführen lassen.

Bei Fragen im Falle einer Hausdurchsuchung können Sie jederzeit mit uns Kontakt aufnehmen.

Untersuchungshaft bedeutet, dass der Beschuldigte eines Strafverfahrens in Haft genommen wird, bevor er durch ein Gericht wegen der ihm vorgeworfenen Tat verurteilt wurde. Deshalb darf Untersuchungshaft auch nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen und in ganz bestimmten Fällen angeordnet werden. Der Hauptgrund der Anordnung von Untersuchungshaft ist die Annahme von Fluchtgefahr. Die Staatsanwaltschaft geht in der Regel von Fluchtgefahr aus, wenn – bei einer Verurteilung des Beschuldigten – eine nicht unerhebliche Freiheitsstrafe zu erwarten ist.

Unbedingt sofort einen Verteidiger beauftragen!

Bei der Anordnung von Untersuchungshaft ist es besonders wichtig, sofort einen Strafverteidiger zu beauftragen. In den ersten Tagen nach der Festnahme eines Beschuldigten werden bereits wichtige Vorentscheidungen für den späteren Verfahrensausgang getroffen. Ohne Verteidiger ist der Beschuldigte – der oft noch unter dem Schock der Verhaftung steht – meist nicht in der Lage, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Hier machen Verhaftete oft gegenüber dem Ermittlungsrichter Angaben, ohne die rechtlichen Probleme des Falles zu überblicken, die sich später kaum noch korrigieren lassen. Ein versierter Strafverteidiger spricht in diesen Terminen für den Verhafteten und kann oft den Erlass eines Haftbefehls verhindern oder eine Haftverschonung erreichen.

Im Falle einer Inhaftierung sollten Sie oder ein Angehöriger daher sofort Kontakt mit uns aufnehmen.

Die Geldstrafe ist eine strafrechtliche Sanktion, die durch Urteil oder durch Strafbefehl angeordnet werden kann. Sie wird nicht in pauschalen Beträgen, sondern in sogenannten Tagessätzen verhängt. Damit soll die Strafe den unterschiedlichen wirtschaftlichen Verhältnissen des Täters angepasst sein.

Über die Anzahl der verhängten Tagessätze entscheidet das Gericht im Rahmen der Strafzumessung. Möglich sind 5 bis 360 Tagessätze, bei Bildung einer Gesamtstrafe bis zu 720 Tagessätze (§ 54 StGB).

Die Höhe eines Tagessatzes bemisst sich in der Regel nach dem Nettoeinkommen, das der Täter durchschnittlich an einem Tag hat oder haben könnte (§ 40 StGB). Dabei werden aber auch Belastungen wie z.B. Unterhaltszahlungen berücksichtigt. Ein Tagessatz entspricht in etwa 1/30 dieses Betrages. Bei einem Nettoeinkommen von 900.- Euro beträgt ein Tagessatz also 30.- Euro, bei einem Einkommen von 3.000.- Euro somit 100.- Euro.

Der vom Verurteilten zu zahlende Betrag ergibt sich aus einer Multiplikation von Tagessatzanzahl und Tagessatzhöhe. Aus einem Urteil von 20 Tagessätzen zu je 30.- Euro folgt damit eine Geldstrafe von (20 x 30.- Euro =) 600.- Euro. Wäre der Täter besser situiert und eine Tagessatzhöhe von 100.- Euro festgelegt, zahlt er für die gleiche Tat eine Geldstrafe von (20 x 100.- Euro =) 2.000.- Euro.

Hinweise:

  • Die erstmalige Verhängung einer Geldstrafe von bis zu 90 Tagessätzen wird nicht ins amtliche Führungszeugnis aufgenommen.
  • Kann die Geldstrafe nicht eingebracht werden, so tritt an ihre Stelle die Ersatzfreiheitsstrafe. Ein Tag Haft entspricht dann einem Tagessatz.

Das erste Rechtsanwaltsgespräch wird von uns grundsätzlich nicht berechnet. Sie können sich also zunächst völlig unverbindlich und ohne Kostenrisiko informieren.

Der Aufwand für die eigentliche Strafverteidigung wird dann in der Regel mit einer im Vorfeld vereinbarten Pauschale abgerechnet, deren Höhe Sie in der Erstberatung erfahren und die sich je nach Schwierigkeit und Arbeitsaufwand bemisst. 

In einfacheren Fällen rechnen wir auch nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG) ab. Hier liegen die Gebühren je nach Fall und Anzahl der Hauptverhandlungstage bei zirka 500 bis 1000 Euro.

Wenn Sie Fragen zu den Kosten einer Strafverteidigung haben können Sie gerne jederzeit mit uns Kontakt aufnehmen.